6 Gründe gegen einen Sprachaufenthalt

Immer wieder betone ich, wie gut meiner Meinung nach, ein Sprachaufenthalt zum Sprachen lernen ist. Denn, ich habe selbst auf diese Weise Englisch und Spanisch gelernt. Im Gegensatz zum Selbststudium oder starren Kursen, musste ich mich so nie um genügend Motivation kümmern. Aber, es gibt durchaus legitime Gründe, die gegen einen Sprachaufenthalt sprechen. Diese Gründe sollen in diesem Artikel besprochen werden.

Gründe gegen einen Sprachaufenthalt

Sprachaufenthalte sind sehr teuer

Die Frage nach den finanziellen Voraussetzungen wird wahrscheinlich vielen Lernenden als erstes in den Sinn kommen. Denn, es besteht kein Zweifel daran, dass ein Sprachaufenthalt nicht günstig ist und nicht jeder wird es sich leisten können.

Selbstverständlich gibt es unterschiedliche Arten von Sprachaufenthalten und entsprechend sind auch die Kosten sehr verschieden. Aber gehen wir einmal davon aus, dass du im Ausland für 3 Monate eine Sprachschule besuchen möchtest. Du musst dabei ungefähr mit folgenden Kosten rechnen:

  • An- und Abreise per Flugzeug: 500 – 1500 Euro
  • Unterkunft und Verpflegung: 1000 – 2500 Euro
  • Sprachunterricht (in Gruppe): 1000 – 2000 Euro
  • Aktivitäten, Freizeit: 1000+ Euro

(Die Kosten ergeben sich als Durchschnitt der Preise von verschiedenen Anbietern und Orten.)

Wie du siehst kann so ein Sprachaufenthalt also sehr schnell 5000 bis 10000 Euro kosten. Insbesondere das Land und die Art des Unterrichts entscheiden, wie teuer der Aufenthalt wirklich wird. So ist ein Kurs in London deutlich teurer, als etwa einer in Costa Rica. Wobei der Flug nach England natürlich sehr viel billiger ist.

Im Weiteren musst du auch beachten, dass du eine Sprache zum Teil in verschiedenen Ländern lernen kannst. Da kann ein Vergleich auch sehr hilfreich sein.

In der Sprachschule lernst du nichts

Der Besuch einer Sprachschule ist nicht für jeden Lernenden die optimale Lösung. Gemeint ist dabei der Unterricht in der Gruppe, mit anderen Schülern aus dem eigenen Land und aus aller Welt.

Das Problem beim Unterricht ist, dass du den ganzen Tag mit „schlechter Sprache“ konfrontiert wirst. Sprich, deine Mitschüler machen so viele Fehler wie du beim Sprechen und entsprechend lernst du unbewusst falsche Sachen.

Ein weiteres Problem ist, dass du in der Freizeit ständig Menschen aus dem eigenen Land um dich herum hast und dadurch zu oft Deutsch sprichst. Das wiederum ist das Gegenteil von dem was du wolltest. Schließlich bist du ins Ausland gereist, um mit der dortigen Sprache in Kontakt zu kommen.

Wenn es ganz blöd läuft, findest du sogar einige neue Freund und ihr verbringt viel Zeit auf Partys und in Bars und das Lernen nimmt auf einmal einen zweitrangigen Status ein.

Weitere Gründe gegen einen Sprachkurs habe ich bereits einmal beschrieben: Warum du keinen Sprachkurs besuchen solltest.

Die Lernmethode ist für dich nicht optimal

Viele Wege führen nach Rom und das ist auch beim Sprachen lernen nicht anders. Diverse verschiedene Methoden werden heute verwendet, um eine sich eine Fremdsprache anzueignen.

Der Sprachaufenthalt ist eine solche Methode. Ich bin davon begeistert, ob das für dich auch der Fall ist, ist eine andere Frage. Das kannst aber nur du allein entscheiden.

Du hast noch gar keine Kenntnisse der Sprache

Selbstverständlich kannst du auch als blutiger Anfänger einen Aufenthalt im Ausland machen und einen Einsteigerkurs machen. Jedoch muss ich klar sagen, dass du viel mehr profitieren wirst, wenn du bereits ein gewisses Grundwissen mitbringst.

Auch wenige Fremdsprachenkenntnisse bringen etwas, da du diese vom ersten Tag an nutzen kannst. So hast du die Möglichkeit sofort mit den Einheimischen in Kontakt zu treten. Als kompletter Anfänger hingegen wirst du erst einige Wochen brauchen, um ein paar Grundlagen zu schaffen und dann noch einmal so viel Zeit, um den Mut aufzubringen, die Kenntnisse auch anzuwenden.

Von daher lohnt es sich auf jeden Fall, bereits ein wenig vorab zu lernen. Da reicht eventuell ein Onlinekurs wie Babbel oder auch das Selbststudium mit einem Buch.

Du bist sehr introvertiert

Extrovertierte Personen profitieren von einem Sprachaufenthalt am meisten. Denn sie haben kein Problem damit, den Kontakt zu den Einheimischen zu suchen und setzen sich dadurch der Fremdsprache komplett aus.

Falls du eher introvertiert bist, wird es dir wahrscheinlich schwerer fallen, das zu tun. Dies führt dazu, dass du den grössten Vorteil deines Aufenthaltes nicht nutzen kannst (oder nur bedingt), was das Ganze eigentlich überflüssig macht. Du könntest also gerade so gut einen Kurs an einer Sprachschule in deiner Stadt besuchen und würdest genauso viel lernen (und dabei noch Geld sparen).

Falls du als introvertiere Person dennoch nicht auf das Lernen mit Muttersprachlern verzichten möchtest, empfehle ich dir etwa das Lernen mit einem Sprachpartner im Internet. Da kannst du zumindest im trauten Heim sein und kannst mit einer einzelnen Person anfangen zu kommunizieren.

Du hast nicht die Zeit für einen Aufenthalt im Ausland

Eines der grössten Probleme für Lernende, dürfte auch die Zeit darstellen. Vor allem falls du berufstätig bist, kannst du eventuell nicht nach belieben Urlaub nehmen und mal eben einige Monate verschwinden.

Du kannst zwar auch einen Aufenthalt machen, der nur 2-3 Wochen dauert, das Resultat wird aber in den meisten Fällen nicht berauschend sein. Denn, neben tausend neuen Eindrücken in der Fremde wirst du auch eine gewisse Zeit zum eingewöhnen brauchen. Da kann dann die erste Woche schnell mal rum sein, bevor du richtig mit dem Lernen angefangen hast.

Die Frage ist auch, ob es sich lohnt eine längere Reise auf dich zu nehmen, nur um dann 2 Wochen zu lernen.

Fazit

Du siehst also, so ein Sprachaufenthalt bringt nicht nur Vorteile, sondern kann auch die falsche Lösung sein. Lass dir diese Punkte gut durch den Kopf gehen, falls du gerade die Idee gefasst hast, einen Aufenthalt zu machen, um eine Fremdsprache zu lernen.

In den meisten Fällen würde ich diese Methode zum Lernen empfehlen, da ich selbst so gelernt habe. Aber schlussendlich kennst du dich selbst am besten und musst entscheiden, ob es für dich passt.

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