Schüleraustausch – Alltag in einer Partnerfamilie

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Dies ist ein Gastartikel von Sabine Krzikalla, Ansprechpartner für die Austauschorganisation Adolesco in Deutschland.

Der klassische Schüleraustausch wird in der Schule angeboten. Eine Mittelstufenklasse in Deutschland und eine ausländische Klasse mit gleichaltrigen Schülern besuchen sich gegenseitig. Sie leben in den Familien der Schüler und nehmen am Unterricht teil. Schon die gemeinsame Anreise, eine oft stundenlange nächtliche Busfahrt, ist ein großer Spaß für die Schüler und sie genießen die Auszeit. Für viele Schüler ist es die erste Fahrt ins Ausland ohne Eltern. Sie schnuppern in den Alltag einer anderen Familie und wenden ihre bisher nur theoretischen Sprachkenntnisse endlich einmal praktisch an.

Es gibt aber auch die Möglichkeit, mit einer Austauschorganisation für ein paar Wochen oder Monate einen echten Austausch zu machen. Die Organisation unterstützt die Familien bei der Suche nach einer passenden Partnerfamilie im gewünschten Land. In der Partnerfamilie lebt ein Kind oder Jugendlicher im gleichen Alter mit ähnlichen Interessen. Die Jugendlichen besuchen sich gegenseitig für eine bestimmt Zeit, lernen den Alltag der Partnerfamilie kennen, gehen mit zur Schule und gewinnen auch dort neue Freunde. Sie hören ausschließlich die Landessprache und schon nach ein paar Tagen werden sie merken, dass sie gut mit ihrem Schulenglisch,- französisch oder –spanisch zurechtkommen.

Der Vorteil eines echten Austauschs ist das große Interesse der Familien daran, dass die Kinder sich bei ihnen wohlfühlen. Denn das eigene Kind wird demnächst ja auch in der Familie des Gastkindes leben. Sie behandeln ihren Gast so, wie sie ihr eigenes Kind behandelt wissen möchten.

Durch die Kontakte, die die Jugendlichen im Ausland knüpfen steigt die Motivation, eine Fremdsprache zu erlernen oder zu verbessern. Französisch, Englisch, Spanisch oder andere Sprachen werden nicht mehr nur mit Vokabeln pauken, Grammatik lernen und Tests schreiben verbunden, sondern mit den Gesichtern von Freunden, neu entdeckten Ländern und einem Abenteuer.

Die entstandenen Freundschaften zur Familie, zu Mitschülern, Sportteams und anderen Menschen im Ausland können natürlich weiter gepflegt werden. Per Skype, Facebook und Emails ist es heute ganz einfach, den Kontakt zu halten und auszubauen. Es gibt gemeinsame Erlebnisse und Bekannte, über die die Jugendlichen sich austauschen können. Die Sprachfertigkeiten werden – unbeabsichtigt und automatisch – immer weiter entwickelt. Sogar der Fremdsprachenunterricht gewinnt dadurch eine andere Bedeutung. Immerhin kann man das, was man als Schüler dort lernt auch im echten Leben gebrauchen…

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