Sprachen lernen mit Karteikarten – Papier vs. App

Verstanden werden ist toll, aber leider eben auch ein gutes Stück Arbeit – erst recht, wenn es fremde Sprachen betrifft. Unabhängig davon, ob in einer der „großen“ Fremdsprachen wie z.B. Englisch, Französisch, Spanisch, Portugiesisch oder gar Latein – das Aneignen jeder lebenden oder toten Sprache erfordert das Lernen vieler Vokabeln.

Denn ohne einen, zumindest im Grundsatz ausreichenden Wortschatz, ist es trotz aufkommender Translation-Apps immer noch völlig unmöglich Gesprochenes zu verstehen oder sich gar zu unterhalten. Deshalb gehört in der Schule das Vokabeln Lernen zum Alltag – und auch jene, die erst im Erwachsenenalter eine erste oder eine weitere Sprache erlernen, werden nicht um Vokabeln und die hiermit seit Generationen untrennbar verbundenen Karteikarten herum kommen.

Hilfsmittel Karteikarten beim Lernen von Sprachen

Lernen ist einfache Wiederholung – entsprechend simpel ist das Prinzip der Karteikarten. Zunächst wird ein Wort, eine Phrase oder auch ein Fachbegriff in der eigene Sprache, also der Muttersprache, auf einem festeren Papierkärtchen notiert. Auf die Rückseite des Kärtchens notiert man den dazu passenden Begriff in der Fremdsprache – oder für ganz ambitionierte – in verschiedenen Fremdsprachen, wobei davon eigentlich abzuraten ist, weil es eher verwirrt als hilft.

Was dann folgt ist Wiederholung – die Karteikarte anschauen, in Gedanken übersetzen, Karte umdrehen und im besten Fall die formulierte Antwort auf der Karte finden. Im weniger guten Fall, ist die Antwort halbrichtig oder ganz falsch und die Karte muss erneut in den „zu lernen“ Stapel einsortiert werden. Wann Begriffe wirklich im Langzeitgedächtnis verankert sind, lässt sich auf diesem Weg allerdings schlecht feststellen.

Weniger wichtig ist übrigens ob zuerst der Begriff in der eigenen Muttersprache angeschaut und dann die Karte gewendet wird, oder ob man versucht den Begriff in der Fremdsprache in die eigene Sprache zu übersetzen – viel wichtiger ist, dass Wiederholungen stattfinden und Inhalte gelernt werden. Der Lern-Effekt lässt sich dadurch etwas besser steuern – was immer dann hilfreich ist, wenn man gezielt auf einen Test oder eine Prüfung hinarbeitet, bei der „nur“ etwas übersetzt werden muss.

Manche Wörter sind leichter zu erlernen, da sie sich an gewisse Wortarten in der eigenen Sprache anlehnen. Andere wiederum sind einem vollkommen fremd, und es benötigt mehr Zeit, um sie sich dauerhaft ins Gedächtnis zu prägen. Hat man sich ein Wort wirklich gut gemerkt, dann kann man die dazugehörige Karteikarte ablegen und den Karteikartenstapel mit neuen Vokabeln ergänzen. Auf diese Art werden alle Wörter so oft wiederholt, bis man sie wirklich erlernt hat.

Mit einer Karteikarten-App Sprachen online lernen

Die etwas neuere, zur heutigen Zeit passende Möglichkeit, Sprachen wie Englisch, Spanisch oder Französisch zu lernen, ist das Vokabeln lernen per App. Denn Karteikarten-Systeme werden vermehrt online angeboten. Teilweise sind diese sogar kostenlos verfügbar und in Form einer App für iOS (Apple) oder Android (Google) downloadbar.

Hierfür gibt es mehrere Varianten. Entweder handelt es sich um eine App, mit dem das individuelle Lernen von Vokabeln möglich ist (sprich: in die die benötigten Vokabeln selbst eingetippt werden können). Oder es handelt sich um ganze Lernprogramme, die nicht nur Vokabeln zu gewissen Themengebieten abfragen, beispielsweise zu Bereichen wie Essen, Begrüßung oder Sport, sondern die Vokabeln gleich in einen Kontext mit der Satzbildung stellen. Diese sind in der Regel kostenpflichtig, vermitteln dafür aber Inhalte während eines längeren Zeitraums Schritt für Schritt. D.h. zuerst werden Vokabeln erlernt, dann werden diese in Sätzen verwendet, die übersetzt werden müssen.

Im Gegensatz zu den Karteikarten auf Papier wird mit solchen Apps ein umfassenderes Lernen von Sprachen möglich. Außerdem findet das Lernen nicht nur über das visuelle Gedächtnis statt, sondern das Wort muss auch aufgeschrieben werden. Manche Apps bieten zudem eine Spracherkennung an, sodass das gelernte Wort eingesprochen werden muss. Dadurch wird nicht nur der Wortschatz ausgebaut, sondern auch die Aussprache trainiert. Man kann sich mit einer Vokabel-App außerdem nicht selbst belügen, denn als richtig werden nur jene Wörter eingestuft, die auch tatsächlich korrekt geschrieben oder ausgesprochen wurden.

Die Vorteile von Apps zum Lernen von Vokabeln

Viele Apps können kostenlos heruntergeladen und benützt werden. Das online Lernen ist mit dem Smartphone praktisch immer und überall möglich, auch im Urlaub oder auf dem Weg zur Arbeit. Das Herumtragen von Papier-Karteikarten gehört damit der Vergangenheit an. Zudem fällt mit den Apps das händische Eintragen neuer Vokabeln weg, außer, man möchte eine individuelle Kartei erstellen. Insgesamt fällt das Organisieren und Verändern von Online-Karteikarten um einiges leichter. Denn hat man ein Wort mehrere Male richtig übersetzt, dann wird es automatisch abgelegt und neue Lernanforderungen werden bereitgestellt.

Viele Apps bieten zusätzlich eine visuelle Information, in Form von bebilderten Vokabeln, was ein leichteres Einprägen der Wörter möglich macht. Hat man gewisse Lernziele erreicht, kann man diese rasch mit Freunden teilen und erhält dadurch einen Motivationsschub, um weiter Vokabeln zu lernen. Des Weiteren hat das Vokabeln online Lernen einen positiven Effekt auf die Umwelt, da Papier weder gekauft noch weggeworfen werden muss. Wer zudem eine Fremdsprache lernen möchte, die das Erlernen eines anderen Buchstabensystems erfordert, wie bei den Sprachen Arabisch, Chinesisch, Japanisch oder Koreanisch, wird mit einer kostenlosen App bestens beraten sein, da auch die Schreibweise solcher Buchstaben gelernt und geübt werden kann.

Mehr als Sprachen lernen

Digitale Karteikarten eignen sich allerdings nicht nur für das Lernen von Sprachen sondern für jeden nur denkbaren Inhalt, der gezielt z.B. für eine Prüfung gewusst werden muss. Die kostenlose Lernsoftware Brainyoo bietet hier beispielsweise die Möglichkeit neben den ganz klassischen Vokabeltrainer Inhalten auch weitere Lerninhalte von verschiedenen Fachverlagen zu kaufen, in die Software hineinzuladen und sofort mit der Prüfungsvorbereitung für so verschiedene Themen wie die IHK Abschlussprüfung, Heilpraktiker-Prüfung oder aber die Prüfung für den Bootsführerschein zu beginnen.

Dabei lassen sich die Lerninhalte beliebig zwischen Smartphone, PC / Mac und einer Online-Lern-Oberfläche synchronisieren, so dass jederzeit – also auch in Bahn, Bus oder der Halbzeitpause eine kleine Lerneinheit eingelegt werden kann – und immer der jeweils aktuelle Lernstand verfügbar ist. Einfache Bedienbarkeit und die schlüssige Umsetzung des standortunabhängigen online lernen Konzepts überzeugte auch die Fachjury der Initiative Mittelstand, die Brainyoo den Preis für die E-Learning Innovation des Jahres 2015 verlieh.

Über den Autor: Patrick Schmidt ist am Standort Wiesbaden als Geschäftsführer Marketing & Vertrieb der Brainyoo Ltd. tätig.

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